• Foto: Steil/Gregor Schreiber

Die Attraktion vom Lande


Der Einsatz eines Selbstfahrers im öffentlichen Verkehrsraum ist immer eine Attraktion. Das galt einmal mehr auch für den Transport von Windkraftkomponenten durch Onroad. Rotorblätter bis zu 60 m und deren Transport sind heute sicherlich nichts Außergewöhnliches für das Schwerlastgewerbe, allerdings immer mit gewissen Herausforderungen verbunden.

Denn derart lange, unteilbare Lasten werden auf öffentlichen Straßen schnell mal zum echten Problemfall. Dank guter Ideen und kreativer Ingenieure bietet die Industrie mit den Rotorblattadaptern für Modulsysteme inzwischen geeignete Transportkonzepte an, die den überlangen Bauteilen zumindest einen Teil des Schreckens für Streckenplaner und Anwohner nehmen. Genau so einen Windflügeladapter besitzt auch Schwerlastspezialist Onroad aus dem saarländischen Kirkel-Limbach.

So galt es, Ende Juli mit diesem Equipment mehrere Windkraftkomponenten in der Nähe von Kulmbach an ihren Bestimmungsort zu überführen. Und einmal mehr war die Verkehrsfläche in den betroffenen Ortschaften in Oberfranken ausgesprochen begrenzt. So wurde bei Onroad recht schnell die Idee geboren, die großvolumigen, bis zu 30 m langen Turmelemente und die ca. 60 m messenden Rotorblätter teilweise per Selbstfahrer zwischen dem Umladeplatz Mainroth sowie dem Bestimmungsort Hain-Ost zu transportieren. Bei der geplanten Fahrt konnte Projektleiter Sebastian Sehl auf eine 24-achsige InterCombi-Kombination plus Rotorblattadapter bzw. eine achtachsige InterCombi-Ausführung inklusive Powerpack-Einheit zurückgreifen. Die maximale Fahrzeuglänge inklusive Zuggabel erlaubte auch dank 60°-Stellung (maximal) den Transport der überlangen Blätter durch enge Ortslagen. Rund zwei Monate war das Onroad-Equipment, das natürlich auch „normale“ Schwerlastzugmaschinen umfasste, in Oberfranken im Einsatz. 

Für die insgesamt fünf Anlagen galt es, über die Strecke von rund 10 km von Mainroth über Gärtenroth in den Windpark Hain-Ost zehn Turmelemente sowie 15 Rotorblätter bei Steigungen von bis zu 18 Prozent zu transportieren. Konsequenterweise wurden zunächst in liegender Position die Turmelemente an ihren zukünftigen Standort gefahren. Danach erfolgte der Umbau für den Blatttransport. Wie flexibel und gleichzeitig „raumschonend“ die Blattadapter genutzt werden können, zeigte sich bei den beiden Ortsdurchfahrten. Trotz enger Platzverhältnisse bugsierte Fahrer Erhard Pint die 60 m langen Bauteile so geschickt durch die Straßen, dass nach Aussage von Projektleiter Sebastian Sehl im Vorfeld lediglich ein Lampenkopf demontiert werden musste, um Beschädigungen an den empfindlichen Blättern zu vermeiden.

Als Vorteil der abschalt- bzw. liftbaren Antriebstechnik der Selbstfahrer konnten die entsprechenden Module nach erfolgreichem Transport als gezogene Einheit mit maximaler Geschwindigkeit zum Ladeplatz in Mainroth zurückgefahren werden, sodass an einem Tag immerhin zwei Türme an die 10 km entfernte Entladestelle gebracht werden konnten. Der Anlagenbau im Windpark selbst erfolgte dann mit einem der Superlift-3800-Raupenkrane, die in der Steil-Flotte zu finden sind. Und auch bei den diversen Umlade- und Montagearbeiten konnte Onroad einmal mehr auf das mobile Umschlagequipment von Steil zurückgreifen.


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